Die Anatomie vom Bauschild das verkauft

Die Anatomie vom Bauschild das verkauft

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  • 13. August 2013

Das klassische Bauschild ist zum festen Bestandteil bei der Vermarktung von Immobilien und Projektentwicklungen geworden. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Bauschilder aufgebaut sein sollten, um maximale Kundenresonanz zu erzeugen.

Bauschild Text Gestaltung

So kann ein Bauschild inhaltlich aufgebaut sein

Bevor Sie weiterlesen: in diesem Beitrag geht es nicht um das Bauschild mit dem Roten Punkt. Und auch nicht, um die gesetzlichen Mindestangaben auf Bauschildern. Stattdessen erhalten Sie Informationen, wie Sie Bauschilder, Werbetafeln und Aufsteller als Werbemedium für Immobilien und Projektentwicklungen nutzen können. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Erfahrungen wir mit Bauschildern gesammelt haben und wie die Anatomie eines “verkaufenden” Bauschilds aussieht. Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um ein Dogma und auch nicht um das Ultimativrezept für Erfolg.

Bevor Sie mit der Konzeption Ihres Bauschildes beginnen, arbeiten Sie heraus, was Sie den Passanten wie mitteilen wollen. Ihr Bauschild sollte – wie jedes Kommunikationsmedium – Teil Ihrer Werbestrategie sein.

Die drei Sekunden Regel

Prinzipiell gilt in der Werbewelt für Plakate die sogenannte “drei-Sekunden-Regel”. Sie besagt, wenn die Werbebotschaft nicht innerhalb von drei Sekunden übermittelt wird, stimmt etwas mit dem Plakat nicht. Unserer Auffassung gilt diese Regel nicht für Bauschilder, denn Immobilien sind immer erklärungsbedürftig. Mit einem drei-Sekunden-Plakat erreichen Sie zwar eine größere Masse an Menschen, jedoch ist die Qualität der Sichtkontakte eher schlecht. Stattdessen ist es empfehlenswert mehr Informationen auf dem Bauschild unterzubringen, weniger Personen zu erreichen, jedoch die Qualität der Sichtkontakte zu erhöhen. Praktisch ausgedrückt bedeutet es: versuchen Sie mit dem Bauschild nicht den Berufspendler zu erreichen, der gerade hektisch auf die Arbeit muss, sondern fokussieren Sie sich auf Spaziergänger – also Leute die mehr Zeit mitbringen.

Wo Sie Ihr Bauschild am besten aufstellen

Die Position Ihres Bauschilds ist maßgeblich für den Erfolg. In vielen Fällen macht es Sinn zwei Bauschilder für zwei verschiedene Kontaktsituationen aufzustellen.

Für Autofahrer: Auch wenn die Qualität pro Kundenkontakt bei Autofahrern eher schlecht ist, kann durch die Masse eine relevante Anzahl von Kundenkontakten erreicht werden, die sich bei Ihnen melden. Stellen Sie für Autofahrer das Bauschild in der Nähe Ihres Objekts, an einer gut befahrenen Straße, auf Sichthöhe auf. Fahren Sie zu diesem Zweck am besten selbst einmal mit dem Auto die Straße entlang und beobachten Sie sich selbst, wohin Ihr Blick schweift. Am besten sind Umgebungen geeignet, in denen keine anderen Werbebotschaften von Ihrem Aufsteller ablenken. Die Neigung des Schilds zur Fahrbahn ist ebenso wichtig. Steht das Schild längs zur Straße, ist der Blickkontakt kürzer. Drehen Sie das Schild besser mit dem “Gesicht” dem Fahrer zu, das heisst, stellen Sie es quer auf. Da Autofahrer wenig Sichtzeit haben, sollten Sie außerdem die Informationsmenge auf Ihrem Werbeschild auf ein Minimum reduzieren.

Für Fußgänger: Fußgänger haben mehr Zeit und gute Laune. Sie sind meist offener und nehmen ihre Umgebung intensiver wahr. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Sonntagsspaziergang. Für Fußgänger sollten Sie eine Position wählen, an der man “gerne” und häufig vorbeigeht. Fußwege und Abkürzungen zu Einkaufszentren, zu Grundschulen (Kontakt mit den Eltern), zu Fußgängerzonen usw. sind gut geeignet. Schilder für Fußgänger können mehr relevante Informationen und mehr Text enthalten, da der Sichtkontakt hier länger dauert.

Das kurze Video verdeutlicht, wie wichtig es ist das Bauschild quer zur Fahrbahn und zur Sichtachse aufzustellen.

Anatomie des perfekten Bauschildes

Sie können Ihr Bauschild nach der altbewährten (aber nie empirisch bewiesenen) AIDA-Formel aufbauen. Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Drang erzeugen), Action (Aktion).

 

Attention – Das Bild

Das Bild fungiert auf Bauschildern in der Regel als Eye Catcher. Das bedeutet, es fängt den Passanten oder den Autofahrer ein. In vielen Fällen zeigt das Bild auf dem Bauschild eine 3D-Visualisierung des Gebäudes. Wir empfehlen in allen Werbemedien – auch auf Bauschildern – mit dem Bild die Vorteile der Immobilie herauszustellen. Eine Fassadenansicht der Immobilie erfüllt diese Vorgabe jedoch nur in den seltensten Fällen. Haben Sie beispielsweise schöne große Balkone, so sollten diese gut sichtbar sein, pflanzen Sie einen schönen Garten, so sollten sie diesen zeigen usw.. Weiterhin ist es nicht immer ratsam das Gebäude von außen zu zeigen. Stellen Sie sich vor, Sie suchen gerade aktiv nach einer Eigentumswohnung – was interessiert Sie mehr, wenn Sie wählen müssten? Das Gebäude oder die konkrete Wohnung? Auf jeden Fall sollte das Bild einen Vorteil kommunizieren und groß genug sein um wahrgenommen zu werden. In der Nähe des Bildes wird häufig auch das jeweilige Immobilien Logo platziert.

Interest – Die Überschrift

Fühlt sich ein Passant vom Bild angesprochen fließt der Blick zu den weiteren Elementen des Bauschilds. Um den Blick gezielt zu leiten, sollten Sie deshalb eine klare Unterscheidung zwischen dem folgendem Text und der Überschrift gewährleisten. Konkret heißt das: heben Sie die Überschrift so deutlich es geht hervor.

Ein Trugschluss ist, dass die Überschrift kurz sein muss. Erfahrungen haben gezeigt, dass bis zu acht Wörter (in einigen Fällen sogar bis zu 13) absolut okay sind. In der Überschrift sollten Sie außerdem einen Vorteil kommunizieren der neugierig macht. Beziehen Sie sich dabei auf das Bild.

Beschränken Sie sich allerdings nicht nur auf den Objektnamen und die Art der Immobilie, sondern schreiben Sie auf, was das besondere daran ist. Nennen Sie Ihre Unique Selling Proposition.

Wenn Sie eine sehr lange Headline verwenden wollen, ist es manchmal sinnvoll sie in eine Hauptüberschrift und eine Unterüberschrift – die sogenannte Subline – zu zerschneiden.

Desire – Der Text

Jetzt geht es darum den Kunden von Ihrem Angebot soweit zu überzeugen, dass er Kontakt mit Ihnen aufnimmt. Hier geht es konkret um die Vorteile und die Fakten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Fließtext weniger geeignet ist. Besser sind knackige Anführungspunkte. Nennen Sie auf jeden Fall was es bei Ihnen konkret zu kaufen (oder zu mieten etc.) gibt, wenn Sie es nicht schon in der Überschrift getan haben. Sagen Sie konkret, was der Kunde bekommt, wenn er bei Ihnen anruft oder Ihnen eine e-Mail schickt. Weiterhin sollten Sie den in Ihrer Überschrift angeteaserten USP konkretisieren und alle wichtigen Eckdaten nennen. “The more you tell, the more you sell” lautet ein altes Sprichwort. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Werbetext gut ist, könnten diese weiterführenden Informationen für Sie hilfreich sein.

Action – Die Aufforderung

Sie werden es nie schaffen eine Wohnung oder ein Haus nur über das Bauschild zu verkaufen – das Ziel sollte es deshalb sein, Ihren Kunden zur Kontaktaufnahme zu motivieren, was wiederum die Vorstufe zu einem Verkaufsgespräch ist. Schließen Sie die Werbefläche mit einer konkreten Aufforderung ab, also sagen Sie, was der Kunde tun muss, um die vorher beschriebene Immobilie zu bekommen. Einige häufig verwendete Beispiele sind “Jetzt Besichtigungstermin vereinbaren unter 030 123456″ oder “Vollständigen Prospekt unter www.der-name-ihrer-immobilien.de downloaden”. Beachten Sie hierbei: desto anonymer sich Ihre Kunden wägen, desto wahrscheinlicher ist die Kontaktaufnahme – denn wer möchte schon gleich von einem Makler “bedrängt” werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass Kunden die nur “Infomaterial” anfordern, selterner auch tatsächlich kaufen oder mieten etc.. Diese Kunden werden häufig als Immobilientouristen bezeichnet. Insofern handelt es sich hier um eine kleine Zwickmühle: Mehr Anfragen, die Qualitativ weniger gut sind oder weniger Anfragen die konkreter sind. Ein möglicher Gedankengang wäre die Überlegung, dass Kunden die tatsächlich kaufen wollen, auch im Raster der anonymen Kontaktaufnahme (etwa über eine Webseite oder Tag der offenen Tür usw.) hängen bleiben.

QR-Codes

Der Einsatz von QR-Codes auf Werbetafeln ist umstritten. Einerseits werden sie in Werbekreisen als absolut empfehlenswert eingeordnet: Andererseits: scannen Sie aktiv QR-Codes? Unsere Meinung: können Sie machen – müssen Sie aber nicht. Ein QR-Code sollte auf jeden Fall nicht nur auf Ihre Webseite leiten, sondern gleich zu einem konkreten Anfrageformular – achten Sie darauf, dass Ihre Seite mit dem Formular für mobile Geräte optimiert ist. Man spricht von sogenannten Responsive Design. Nicht selten sehen wir QR-Codes auf Bauschildern, die an einer völlig verkehrten Stelle platziert sind, wo sie unmöglich gescannt werden können. Achten Sie deshalb darauf, dass sicht der Code an einer Stelle befindet, wo er leicht eingelesen werden kann. Bedenken Sie bitte: Handykammeras haben oft einen eingebauten Weitwinkel, der das fotografierte Objekt verzerrt oder verkleinert. Hier lautet die Regel: praktisch ausprobieren und testen, ob es funktioniert. Einen weiterführenden Artikel über QR-Codes finden Sie hier.

Sollten Sie selbst ein Bauschild planen aber nicht wissen, wie Sie es anstellen sollen, oder haben Sie eventuell keine Zeit sich damit auseinander zu setzen, dann erledigen wir gern diese Arbeit für Sie. Werbung für Immobilienfirmen ist unser Kerngeschäft.

gründete 2011 Property Branders. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit Fokus auf Immobilienwirtschaft und befasst sich mit Immobilienmarketing, Werbung und Vertrieb.

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