Die 3D Visualisierung ist aus dem professionellen Immobilienmarketing nicht mehr wegzudenken. Erfahren Sie jetzt was ein gutes Rendering ausmacht und welche Alternativen es gibt.

Eine 3D Visualisierung findet sich in vier von fünf Immobilien Broschüren. Ebenso verhält es sich auf den zugehörigen Immobilienwebsites. Das Problem ist: kaum eine Visualisierung unterscheidet sich von der anderen in Design, Qualität, Anmutung und Inhalt. Die Einstellungen sind superclean, aufgeräumt, weichgezeichnet und unpersönlich. Schlägt man – ganz Oldscool – den Immobilienteil einer großen Tageszeitung auf, lässt sich am Motiv nur selten erkennen, um welchen Projektentwickler es sich handelt.

Warum so wenige Agenturen gute 3D Visualisierungen abliefern

Täglich flattern bei uns Showreels und Portfolios von Agenturen für 3D Visualisierung rein. Die meisten der Firmen wollen mit uns kooperieren. Es handelt sich in der Regel um ehemalige Architekturbüros die ihren Tätigkeitsbereich teilweise oder ganz auf 3D Visualisierung umgestellt haben. Das Problem an den Renderings dieser Firmen: sie werden von Architekten gefertigt. Und nicht von Designern oder Fotografen. Deshalb fehlt häufig jegliches Gespür für Bildkomposition, Emotion und Setting. Schon gestalterische Grundregeln, wie ein gutes Bild aufgebaut sein sollte, werden nicht eingehalten.

Das Ergebnis sind dann 3D Architektur Visualisierungen, die zwar schön aufgeräumt und photorealistisch, aber leider nicht emotional ansprechend sind.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Renderings von Designern oder Fotografen gefertigt oder wenigstens kontrolliert werden.

Was gute Visualisierungen ausmacht

Zu den grundlegenden Eigenschaften guter 3D Visualisierungen gehört zum Beispiel die korrekte Ausführung der vorgegebenen Grundrisse, die richtige Einstellung des Lichts, korrekte Texturen und so weiter.

Wesentlich schwieriger wird es bei der Bildkomposition deren Qualität von der ausführenden Person abhängig ist. Mögliche Elemente der Bildkomposition bei 3D Visualisierungen sind:

  • Ein eindeutiger Vordergrund und Hintergrund. Achten Sie darauf, dass Ihre 3D Visualisierung nicht flach ist, sondern echte Raumtiefe besitzt. Damit direkt zusammen hängt der Einsatz von
  • Schärfentiefe, was bedeutet, das es einen scharfen und mehrere unscharfe Bereiche im Bild gibt
  • Aufteilung des Bildes nach dem goldenen Schnitt.
  • Dreierkompositionen
  • Gestaltungsraster
  • Vermeidung von uneindeutigen Situationen wie z.B. aufeinander liegende Linien
  • Vermeidung von stürzenden Linien durch „Tilt- und Shift-Objektive“, welche insbesondere bei Architekturrenderings häufig auftauchen.
  • Farbkomposition optimiert nach der Wirkung von Farben

Die vorgenannten Eigenschaften lassen sich eins zu eins auch für Architekturfotografie übertragen.

Storytelling bei 3D Renderings

Gute Bilder erzählen Geschichten. Das gilt für das Foto, das gemalte Bild und eben auch für die 3D Visualisierung. Erzählen Sie mit Ihrem Bild eine Geschichte. Verzichten Sie darauf, reine Raumsituationen zu zeigen.

Storytelling ist auch in Bildern möglich durch verschiedene Objekte, die erahnen lassen was im Bild vor sich geht. Denkbar sind zum Beispiel volle Einkaufstüten in einer Küche, ein Buch neben dem Sofa im Wohnzimmer oder ein fallen gelassenes Nachthemd auf dem Ehebett. Mit Hilfe von Stories merken sich Betrachter das Bild und die Aussage des Bildes leichter und schneller.

Zeigen Sie Vorteile in Ihrer 3D Visualisierung

Versuchen Sie mit Ihrer 3D Visualisierung die Vorteile Ihrer Immobilie zu zeigen. Dies ist bei Außenaufnahmen zum Beispiel möglich, indem Sie die Abendsonne auf ein Balkon mit Sonnenschirm fallen lassen. Die Bildaussage ist dann „Du hast die Abendsonne auf dem Balkon“. Die Visualisierung kommuniziert einen Vorteil, statt nur eine faktische Einstellung zu zeigen.

Im Innenbereich sind besondere Raumsituationen, wie Platz für Bewegung und Ordnung, oder besondere Raumaufteilungen geeignet um Vorteile zu kommunizieren. Hierbei spielen clevere Grundrisse eine besondere Rolle. Zeigen Sie etwa, wie gut sich eine Wohnung möblieren oder flexibel nutzen lässt.

Alternativen

Für einige Situationen ist eine 3D Visualisierung nicht zwingend das richtige Mittel der Kommunikation. Ziehen Sie in Erwägung eine alternative Darstellungsform zu wählen. Notwendig ist dies, um Kommunikationsschwerpunkte zu setzen.

Denkbar sind etwa:

  • Malerei auf Leinwand oder Aquarell: insbesondere für historische Immobilien und Denkmäler geeignet
  • oder Handzeichnungen und trendige Illustrationen: geeignet für Szeneimmobilien oder Wohnungen in Szenelagen